Krach am Ring

Pantera darf am Rock am Ring & Rock im Park nicht auftreten

Eigentlich hätte die US-amerikanische Heavy-Metal-Band Pantera bei den deutschen Musikfestivals Rock am Ring und Rock im Park mitspielen sollen. Daraus wird nun nichts.

Grund ist ein Hitlergruss des Pantera-Sängers aus dem Jahr 2016. Auch eine andere Band aus dem Line-up steht in der Kritik. Der Veranstalter von Rock am Ring gab am Montag auf Twitter bekannt, dass Pantera nicht mehr im Line-up des Festivals sei. «In den letzten Wochen haben wir viele intensive Gespräche [...] geführt, uns mit der Kritik weiter gemeinsam auseinandergesetzt und uns dazu entschlossen, die Band aus dem Programm zu nehmen», schrieben sie dazu. Auf dem neuen Plakat des Events, der vom 2. bis 4. Juni 2023 stattfinden soll, war die Metal-Band nicht mehr zu finden.

Grund für die Streichung des Auftritts ist ein Vorfall aus dem Jahr 2016. Pantera-Sänger Philip Anselmo soll 2016 nach einem Konzert den Hitlergruss gezeigt und rassistische Parolen gebrüllt haben, schreibt SWR3. Ein Video davon machte im Internet die Runde. Anselmo hatte sich, nachdem die Aufnahmen aufgetaucht waren, entschuldigt. «Es war hässlich, es war unangemessen und wer mich kennt, weiss, dass ich nicht an solche Dinge glaube», sagte er in einem Video.

Die Entschuldigung nutzte in Hinsicht auf den Auftritt in Deutschland nichts. Eingeschaltet in die Debatte hatten sich zuvor auch die Toten Hosen. Die Musiker, die ebenfalls bei Rock am Ring auftreten, bezeichneten Anselmos Verhalten als «abstossend und widerlich». Auch wenn er sich danach entschuldigt habe und seitdem beteuere, kein zu Rassist sein, bleibe die Frage, wie glaubwürdig diese Beteuerung sei, schrieben die Punkrocker auf Instagram.

Die Ankündigung, das Line-up des Festivals zu ändern, löste auf Twitter noch eine ganz andere Debatte aus. Verschiedene User ärgern sich darüber, dass die Veranstalter Pantera ausluden, Limp Bizkit bei Rock am Ring aber weiterhin als Main-Act geführt wird. Der Nu-Metal-Band wird vorgeworfen, im Ukraine-Konflikt Partei für Russland ergriffen zu haben. Limp Bizkit sei mehrfach auf der russisch besetzten Krim aufgetreten. Mitglieder der Band hätten zudem Plakate mit der Aufschrift «Krim = Russland» hochgehalten.

Quelle: Virgin Radio Switzerland
veröffentlicht: 24. Januar 2023 14:42
aktualisiert: 24. Januar 2023 16:22