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Foto: Facebook Le1f
Rap

Queer Rap ist purer Hip Hop

Hip Hop ist Männersache. Wer schwul ist, hat im Rap keinen Platz. Der Mann ist der Starke. Frauen gehören halbnackt in den Videohintergrund oder singend in die Hook. Gegen diese Ansichten erhebt sich der Queer Rap.

In der von Männern dominierten Welt des Hip Hop ist Homophobie leider immer noch traurige Wahrheit. Denn der Hip Hop hat immer noch ein Problem damit. Doch es scheint sich etwas zu tun - zum Glück. Denn Queer-Rap erfreut sich besonders in den USA einer wachsenden Popularität.

Rapperinnen und Rapper wie Mykki Blanco, Princess Nokia oder Le1f geben Menschen, die sich von Rap unfair behandelt fühlen, eine Stimme. Es sind dies vor allem Homo- oder Bisexuelle, Frauen, Transmenschen oder solche, die sich selbst als weder männlich noch weiblich betrachten.

Ihre Songs: laut, elektronisch, happy, traurig, berührend. Ihre Videos: extravagant, nackt, farbig, fabulous – voller Tanzeinlagen, Make-Up und Perücken. Und ihr Rap? Der thematisiert oft das Schwulsein und die Struggles, die damit einhergehen. Sie provozieren, lassen Frust raus, fordern etablierte Rollenbilder heraus, geben Schwächeren eine Stimme, kämpfen für mehr Akzeptanz.

Hier eine Auswahl an queeren Rapperinnen und Rapper:

Le1f
Rassismus in der Schwulenszene, Transrechte und die Schwarze Bewegung: Le1f greift in seiner Musik viele gesellschaftskritische Themen auf.

Angel Haze
Angel Haze identifiziert sich als pansexuell und nichtbinär. Haze fühlt sich also weder als Mann noch als Frau und sieht keinen Unterschied, ob sie nun mit männlichen oder weiblichen Pronomen angesprochen wird.

Cakes Da Killa
Der Mut zur Femininität hat sich für Cakes Da Killa ausgezahlt. Mit blendenden Kritiken zu seinem Mixtape «The Eulogy» hat der junge Rapper den Mainstream auf sich aufmerksam gemacht.

Mykki Blanco
Mykki Blanco ist das Drag-Alter-Ego von Michael Quattlebaum Jr aus New York. Die queere Rapperin tourt gegenwärtig durch Europa und feiert grosse Erfolge. Im März 2016 kritisierte Blanco, dass Schwulenmagazine oft nur weisse Männer auf ihrem Cover zeigen.

Princess Nokia
Princess Nokia irritiert. Sie ist eine afro-indigene, queere Rapperin, Feministin, eine, die sich nichts bieten lässt und in der New Yorker U-Bahn genauso austeilt, wie auf der Bühne. Ihre Konzerte sollen ein Safe-Space für Frauen, Queers und Transpersonen sein. Rap-Shows seien normalerweise Orte, bei dem Männer vor der Bühne den grossen Macker raushängen lassen und die Frauen irgendwo hinten stehen. «Ich wollte das wirklich ändern. Also habe ich begonnen, Räume zu schaffen, in denen Frauen bei Hip-Hop-Shows nach vorne kommen und sich sicher fühlen können.»

Dai Burger
Schrill und laut: Die New Yorkerin Dai Burger rappt im Song «Soufflé» über ihre Pussy und darüber, weshalb Frauen diese nicht missen wollen.

Big Dipper
Trash-Kitsch und hypersexualisierte Texte: Big Dipper wurde als Mischung aus Nikki Minaj und einem schwulen Bären beschrieben.

Quelle: Virgin Radio Switzerland